Die Ladung sichern? Beginnen Sie mit dem Stabilisieren der Paletten!

Geposted von Bob Lemmen

containmentForce_hands-1Unfälle durch instabile Ladungen kommen leider allzu häufig vor. Nicht etwa wöchentlich oder monatlich, sondern Tag für Tag. In vielen Fällen werden diese Unfälle dadurch verursacht, dass Ladungen verrutschen oder umfallen oder sogar ganze Lastwagen umkippen. Dies führt nicht nur zu gefährlichen Situationen, sondern hat auch einen Image-Schaden und hohe Kosten zur Folge. Derart kostspielige Probleme lassen sich zum Glück durch eine ordnungsgemäße Ladungssicherung größtenteils vermeiden. In diesem Blog erkläre ich, warum die Ladungssicherung so wichtig ist und wie Sie am besten vorgehen.

Die aktuelle Gesetzgebung nach Eumos-Norm

Kein Unternehmen will wegen Gesetzesverstößen vor Gericht geladen werden. Um dies zu vermeiden, muss man die aktuelle Gesetzgebung erst einmal kennen. Kein leichtes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass sich die Rechtslage ständig ändert und immer wieder neue Gesetze hinzukommen. Auch in Sachen Ladungssicherung sind erst kürzlich Änderungen in Kraft getreten. Die meisten beruhen auf der 2018 eingeführten EUMOS-Regelung. Grob zusammengefasst, stellt die neue Gesetzgebung höhere Anforderungen an den Palettentransport in der EU. Außerdem haftet nicht mehr der Frachtführer, sondern der Auftraggeber im Schadensfall. Verlader und Verpacker sind nun gleichermaßen für die stabile Zusammenstellung und Sicherung der Palettenladung verantwortlich. Ferner ist der Auftraggeber verpflichtet, stabile Ladeeinheiten anzubieten und gegebenenfalls einen Stabilitätsnachweis beizufügen.

Wichtige Aspekte zur Palettenstabilität

Das Gesetz sorgt also für Ordnung. Doch was bedeutet das nun für Sie in der Praxis? Als Verlader oder Verpacker müssen Sie stabile Palettenladungen zusammenstellen. Hierbei sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Mögliche Verformung der Ladung

Achten Sie darauf, dass sich die Ladung nicht verformt. Dies hätte zur Folge, dass sie keine feste Einheit mehr bildet. In der Praxis bringt dies fast immer Stabilitätsprobleme mit sich.

  • Das Verrutschen der Ladung unterbinden

Stellen Sie sicher, dass die Ladung nicht von der Palette rutschen kann. Sie können eine Ladung noch so stabil zusammensetzen, wenn sie nicht an der Palette befestigt ist, besteht die große Gefahr, dass die gesamte Ladung bei einem Bremsmanöver oder in einer Kurve von der Palette rutscht.

  • Vorsicht bei schweren und auch bei leichten Ladungen

Leichte Produkte sind einfacher zu transportieren, könnte man meinen. Das Gegenteil ist der Fall. Es bedeutet nämlich, dass die Ladung leichter verrutscht. Schwere Ladungen hingegen bleiben aufgrund der Schwerkraft von sich aus stabiler an Ort und Stelle. Doch auch schwere Ladungen können in scharfen Kurven von der Palette gleiten, wegen der Zentrifugalkraft. Daher sollte man sowohl bei leichten als auch bei schweren Ladungen immer mit allem rechnen.

 

So schaffen Sie stabile Paletten

Entscheidend für den sicheren und stabilen Palettentransport ist der richtige Wickelprozess. Ihn zu finden, gelingt allerdings nicht immer auf Anhieb. Selbstverständlich gibt es einige feste Regeln, nach denen ein Wickelprozess zuverlässiger verläuft, doch ansonsten ist es anfangs stets eine Findungsphase. Damit ist natürlich nicht gemeint, dass man aufs Geratewohl mit dem Wickeln loslegen sollte. Einige wichtige Punkte sind stets zu beachten:

  • Das richtige Stapelmuster. So lässt sich vermeiden, dass die Ladungen schon vor dem Umwickeln instabil auf der Palette stehen und somit nicht sicher an der Palette befestigt werden können.
  • Das richtige Wickelmuster. Der Vorteil beim automatischen Wickeln ist, dass man feste Muster einstellen kann, nach denen systematisch jede Ladung gewickelt wird. Das Anbringen mehrerer Folienschichten oben und unten sowie die Bildung eines Folienstrangs sind fester Bestandteil eines solchen Musters.
  • Die richtige Wickelkraft, um die Ladung zusammenzuhalten. Hierbei geht es um die Anzahl Umkreisungen der Stretchfolie, multipliziert mit der Zugkraft der Folie. Um die richtige Wickelkraft zu ermitteln, bedarf es mehrerer Versuche und Überprüfungen.
  • Der richtige Palettengriff durch Bildung eines Folienstrangs. Am Ende des Wickelzyklus werden 7 bis 12 cm Folie zu einem festen Strang zusammengerollt. Mit diesem Strang sichern Sie die Ladung an der Palette. Außerdem ist ein Folienstrang die beste Methode, um Löcher und Risse zu vermeiden. Der Strang ist nämlich stark genug, um die Ladung an der Palette festzuhalten, und zugleich hoch genug, um nicht im Weg zu sein, wenn ein Gabelstapler oder Hubwagen die Ladung mit den Gabeln aufgreift.

 

An die Arbeit!

Stabile Paletten sind die Grundvoraussetzung für eine zuverlässige Ladungssicherung. Nicht nur zum Schutz vor kostspieligen Schäden oder auch Image-Schäden, sondern allein schon deshalb, weil sie nach Eumos-Regelung Pflicht sind. Sollten in diesem Blog noch nicht alle Fragen beantwortet oder gar zusätzliche Fragen aufgetreten sein, helfen wir Ihnen gerne weiter. Wünschen Sie nähere Informationen über die EUMOS-Regelung oder Tipps, wie sich Ihr Wickelprozess optimieren lässt? Dann laden Sie hier unseren Leitfaden zur Palettenstabilisierung herunter! 

 

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Dieser Beitrag wurde am 19. September 2019 veröffentlicht und am 19. September 2019 aktualisiert.

Topics: Stretchwickler, Stretchwickeln, Transportschaden, palettenstabilität

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